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POS & Retail

Verkaufsförderung am POS: Was wirklich wirkt

Alexander Grote
Alexander Grote
|February 20, 2026

70 % aller Kaufentscheide im Detailhandel fallen direkt am Regal. Nicht zu Hause, nicht durch Werbung, nicht durch Empfehlungen. Am Regal. Diese Zahl ist seit 20 Jahren stabil. Und trotzdem investieren Marken 80 % ihres Budgets in Massnahmen, die vor dem Regal stattfinden. Wir drehen das um.

Dieser Artikel zeigt, welche POS Promotion-Massnahmen tatsächlich wirken, welche Geldverschwendung sind und wie du das Maximum aus deinem POS-Budget holst.

Warum der POS unterschätzt wird

Der POS hat ein Image-Problem. Er gilt als "old school", als "below the line", als das, was übrig bleibt, wenn das Media-Budget verteilt ist. Das ist ein teurer Irrtum.

Zahlen: Der durchschnittliche Schweizer verbringt 45 Minuten pro Einkauf im Laden. In diesen 45 Minuten trifft er 30 bis 50 Kaufentscheide. Die meisten davon unbewusst, beeinflusst durch Platzierung, Sichtbarkeit und Aktivierung. Wer am POS nicht stattfindet, existiert für 70 % der Kaufentscheide nicht.

Die Ironie: Marken investieren CHF 500'000 in TV-Werbung, damit der Konsument das Produkt kennt. Und dann steht das Produkt im dritten Regal von unten, ohne Auszeichnung, ohne Display, ohne Promotion. Die "letzte Meile" zum Kauf fehlt.

Bei PROMOKANT arbeiten wir mit über 50 FMCG-Marken. Die erfolgreichsten haben eines gemeinsam: Sie investieren mindestens 25 % ihres Marketing-Budgets in POS-Massnahmen. Nicht als Restposten, sondern als strategischen Kanal.

Die POS-Massnahmen im Wirksamkeits-Ranking

Hier das vollständige Ranking, basierend auf unseren Daten aus über 200 Projekten:

RangMassnahmeAbverkaufs-UpliftNachhaltiger EffektKosten/Standort/Tag
1Degustation mit Personal150-300 %20-40 % nach 4 WochenCHF 800-1'500
2Promotion mit Beratung80-200 %15-30 % nach 4 WochenCHF 600-1'200
3Zweitplatzierung (Gondel/Display)30-80 %0-10 %CHF 50-200
4Sonderpreisaktion20-60 %negativ (Preiserwartung)CHF 0 (Margenverlust)
5POS-Display (passiv)20-50 %5-15 %CHF 100-400
6Regalwobbler/Stopper5-15 %0-5 %CHF 5-20

Die Erkenntnis: Alles, was einen Menschen involviert, wirkt 3 bis 10 Mal stärker als passives Material. Ein Regalwobbler bringt 10 % mehr Aufmerksamkeit. Ein Promoter, der sagt "Probier mal, das ist richtig gut", bringt 200 % mehr Abverkauf.

Degustation und Personal Promotion: Der Spitzenreiter

Degustationen sind die Königsdisziplin am POS. Wir haben das bereits im Detail behandelt (siehe auch unseren Leitfaden zur Produktesampling-Planung), hier die wichtigsten Punkte im POS-Kontext:

Der Mechanismus: Sehen. Riechen. Schmecken. Kaufen. Diese Kette hat eine biologische Grundlage: Geschmackserlebnisse aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn und erzeugen einen sofortigen Kaufimpuls. Kein anderes Medium kann das.

Bei einer gut durchgeführten Degustation kaufen 25 bis 40 % der Personen, die probieren, das Produkt sofort. Und 20 bis 35 % werden innerhalb von 4 Wochen zu Wiederkäufern. Das ist der nachhaltige Effekt, der Degustationen so wertvoll macht.

Personal Promotion ohne Degustation (also Beratung und Empfehlung, ohne dass probiert wird) funktioniert für Non-Food-Produkte: Kosmetik, Haushaltsprodukte, Technik. Der Uplift ist mit 80 bis 200 % etwas geringer, aber immer noch massiv.

Kritischer Erfolgsfaktor: die Qualität des Personals. Ein unmotivierter Promoter, der hinter seinem Tisch steht und wartet, bringt 50 % weniger als ein aktiver Promoter, der Passanten anspricht. Die Investition in gutes Briefing und erfahrenes Personal ist der grösste Hebel.

Merchandising und Platzierung

Merchandising ist die Basis, auf der alles andere aufbaut. Wenn dein Produkt falsch platziert ist, hilft die beste Promotion nichts.

Grundregeln der Platzierung:

  • Augenhöhe = Kaufhöhe. Produkte auf Augenhöhe (1.20 bis 1.60 m) verkaufen 35 % mehr als Produkte auf Kniehöhe.
  • Facing zählt. Jedes zusätzliche Facing (Produktfront im Regal) steigert den Abverkauf um 5 bis 10 %. Drei Facings sind Minimum für Sichtbarkeit.
  • Blockbildung. Alle Varianten einer Marke zusammen stellen, nicht über das Regal verteilen. Der Markenblock erzeugt Präsenz.
  • Zweitplatzierungen nutzen. Gondolköpfe, Kassenzone, Eingangsbereich. Jede Zweitplatzierung ist ein zusätzlicher Kontaktpunkt.

Ein konkretes Beispiel: Für eine Schokoladenmarke haben wir das Merchandising in 80 Coop-Filialen optimiert. Massnahmen: Blockbildung, Erhöhung von 2 auf 4 Facings, Zweitplatzierung an Gondelköpfen. Ergebnis: Abverkaufssteigerung von 42 % ohne jede Promotion-Aktion, nur durch bessere Platzierung.

Regelmässige Merchandising-Besuche sind wichtig. Regalplätze verändern sich, Produkte werden falsch eingeräumt, Displays werden abgebaut. Wir empfehlen mindestens einen Merchandising-Besuch pro Filiale pro Monat.

Was nicht wirkt (und trotzdem gemacht wird)

Passive Displays ohne Kontext. Ein aufwändiges Papp-Display mit dem Produkt drin, aber ohne Preisauszeichnung, ohne Aktion, ohne Promotion. Kosten: CHF 50'000 für 200 Stück. Uplift: 15 %. Return on Investment: negativ. Das gleiche Budget in 10 Degustation-Tage investiert bringt das Dreifache.

Dauerhafte Sonderpreise. Preisaktionen steigern kurzfristig den Abverkauf, trainieren aber den Konsumenten, nur noch im Angebot zu kaufen. Nach 3 Preisaktionen in Folge sinkt der Basisabsatz um 10 bis 20 %. Preisaktionen sind ein Notfall-Instrument, keine Strategie.

Regalwobbler als einzige Massnahme. Ein Wobbler am Regal bringt 5 bis 15 % Uplift. Das reicht nicht, um eine Marke am POS durchzusetzen. Wobbler sind eine Ergänzung, kein Hauptkanal.

Einmalige Aktionen ohne Nachbereitung. Eine einzige Degustation in 10 Filialen bringt einen Spike, aber keinen nachhaltigen Effekt. POS-Aktivierung muss kontinuierlich sein. Mindestens 3 Aktionswellen pro Jahr für messbare Ergebnisse.

So baust du eine POS-Strategie auf

Eine wirksame POS-Strategie kombiniert verschiedene Massnahmen in einem Jahresplan. Hier ist das Framework, das wir bei PROMOKANT verwenden:

Schritt 1: Basis sichern (Merchandising). Bevor du in Promotion investierst, muss die Platzierung stimmen. Regelmässige Merchandising-Besuche sicherstellen, dass dein Produkt sichtbar ist, korrekt platziert und ausreichend bevorratet.

Schritt 2: Awareness schaffen (Displays und Zweitplatzierungen). 2 bis 4 Mal pro Jahr Zweitplatzierungen buchen, idealerweise zu saisonalen Peaks (Ostern, Sommer, Weihnachten). Displays müssen auffällig sein und einen klaren Kaufanreiz bieten.

Schritt 3: Conversion treiben (Degustation und Promotion). 4 bis 8 Aktionswellen pro Jahr, verteilt auf die wichtigsten Umsatz-Monate. Fokus auf High-Frequency-Filialen. Immer mit geschultem Personal, immer mit Reporting.

Schritt 4: Messen und optimieren. Jede Aktion wird gemessen: Kontakte, Abverkauf, Conversion, nachhaltiger Effekt. Mit Echtzeit-Reporting mit kyoX hast du die Daten in Echtzeit und kannst während der Aktion optimieren.

Checklist für deine POS-Strategie:

  • Merchandising-Rhythmus definiert (monatlich, 2-wöchentlich)?
  • Zweitplatzierungen für das Jahr gebucht?
  • Degustation-Wellen geplant (Timing, Standorte, Personal)?
  • Budget-Split festgelegt (Empfehlung: 40 % Promotion, 30 % Merchandising, 20 % Display, 10 % Material)?
  • KPIs definiert und Tracking-System aufgesetzt?
  • Debriefing-Prozess nach jeder Aktion?

Der POS ist der Ort, an dem Marketing auf Umsatz trifft. Kein anderer Kanal ist so nah am Kaufentscheid. Nutze ihn. Jetzt Projekt besprechen.

Frequently asked questions

Was ist Verkaufsförderung am POS?

Verkaufsförderung am POS (Point of Sale) umfasst alle Massnahmen, die direkt am Verkaufsort den Abverkauf steigern: Degustationen, Displays, Promotions, Preisaktionen, Zweitplatzierungen und persönliche Beratung.

Welche POS-Massnahme hat den grössten Effekt?

Persönliche Degustationen und Promotions mit geschultem Personal haben den grössten Effekt: 150 bis 300 % Abverkaufssteigerung am Aktionstag. Zweitplatzierungen liefern 30 bis 80 %, Displays 20 bis 50 %.

Wie messe ich den Erfolg von POS-Massnahmen?

Vergleiche den Abverkauf am Aktionstag mit einer Kontrollgruppe (gleiche Filiale ohne Aktion oder vergleichbare Filiale). Messe Kontakte, Conversion Rate und den nachhaltigen Effekt 4 bis 8 Wochen nach der Aktion.

Lohnen sich POS-Massnahmen für kleine Marken?

Besonders für kleine Marken. Grosse Marken haben Regalplatz und Bekanntheit. Kleine Marken müssen am POS auffallen, um den Erstkauf auszulösen. Eine gezielte Aktion in 20 Filialen kann den Durchbruch bringen.

Wie oft sollte ich POS-Aktionen durchführen?

Für neue Produkte: intensiv in den ersten 3 Monaten (wöchentlich oder alle 2 Wochen). Für etablierte Produkte: saisonal oder bei Relaunches. Zu häufig wirkt ermüdend, zu selten bringt keine nachhaltige Wirkung.

Alexander Grote
Alexander Grote

Gründer und CEO von PROMOKANT. Seit über 20 Jahren im Field Marketing in der Schweiz.

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