73 Prozent aller Kaufentscheidungen fallen direkt am Regal. Nicht zuhause auf der Couch, nicht beim Scrollen durch Instagram. Sondern in dem Moment, in dem dein Kunde vor dem Produkt steht. Genau deshalb ist POS Promotion die direkteste Form der Absatzsteigerung.
Wir haben in den letzten 20 Jahren über 5'000 POS-Aktionen durchgeführt. Diese acht Taktiken funktionieren nachweislich im Schweizer Detailhandel.
Inhalt
Taktik 1: In-Store-Degustation
In-Store-Degustationen sind die wirksamste POS-Promotion-Taktik. Sie steigern den Abverkauf am Aktionstag um 200 bis 500 Prozent und erzielen Conversion-Rates von 25 bis 40 Prozent. Der Schlüssel: Geschultes Personal, das nicht nur verteilt, sondern berät und begeistert.
Die Degustation ist der Klassiker. Und sie funktioniert aus einem einfachen Grund: Menschen kaufen, was sie gerade probiert haben. Der psychologische Effekt der Reziprozität (man hat etwas geschenkt bekommen und möchte etwas zurückgeben) ist beim Produktesampling am POS besonders stark.
Unsere Daten zeigen: An einem guten Degustationstag bei Coop oder Migros verkaufst du das 3- bis 5-fache eines normalen Tages. Bei neuen Produkten sogar das 8- bis 10-fache, weil der Basiswert niedrig ist. Ein konkretes Beispiel: Für eine italienische Pasta-Marke haben wir in 15 Coop-Filialen Degustationen durchgeführt. Der durchschnittliche Tagesabsatz stieg von 4 Packungen auf 22 Packungen pro Filiale. Drei Wochen nach der Aktion lag der Absatz immer noch bei 9 Packungen pro Tag, also mehr als doppelt so hoch wie vorher.
Was die Degustation erfolgreich macht: Frisch zubereitete Produkte statt kalter Häppchen. Personal, das die Markengeschichte erzählt. Ein aufgeräumter, einladender Stand. Und ein klarer Call-to-Action: «Das Produkt findest du gleich hier im Regal.»
Taktik 2: Sonderplatzierung am Gondel-Kopf
Der Gondel-Kopf (die Stirnseite des Regals, die zum Gang zeigt) ist die teuerste Fläche im Laden. Und die wirksamste. Produkte am Gondel-Kopf erzielen laut unseren Erhebungen 200 bis 400 Prozent mehr Abverkauf als im Standardregal.
Warum? Weil sie aus dem normalen Einkaufsfluss herausstechen. Der Kunde muss nicht aktiv suchen. Das Produkt findet den Kunden. Kombiniert mit einem attraktiven Display und einem Aktionspreis ist der Gondel-Kopf ein Abverkaufs-Turbo.
Die Herausforderung: Gondel-Köpfe sind heiss begehrt und bei Coop und Migros teuer zu buchen. CHF 500 bis CHF 2'000 pro Filiale und Woche sind üblich. Aber die Rechnung geht fast immer auf. Wenn du statt 10 Einheiten pro Woche plötzlich 40 verkaufst, finanziert sich die Platzierung selbst.
Unser Tipp: Kombiniere die Sonderplatzierung mit einer Degustation am gleichen Tag. Der Promoter am Stand lenkt den Fokus auf das Display. Der Kunde probiert, greift zu, kauft. Diese Kombination ist das Wirksamste, was wir kennen.
Taktik 3: Geschulte Promoter als Berater
Ein Promoter, der nur «Möchten Sie probieren?» sagt, ist sein Geld nicht wert. Ein Promoter, der die Markengeschichte kennt, Ernährungsfragen beantwortet und Rezepttipps gibt, ist ein Verkäufer auf der Fläche.
Der Unterschied in Zahlen: Ein durchschnittlicher Promoter generiert 15 bis 25 Verkäufe pro Tag. Ein top-geschulter Promoter 35 bis 50. Das ist der Faktor 2, der über den ROI deiner POS Promotion entscheidet.
Was gutes POS-Personal ausmacht: Produktwissen (Inhaltsstoffe, Herstellung, Herkunft). Verkaufskompetenz (Bedürfnisse erkennen, Einwände entkräften). Sympathie und Authentizität. Und Sauberkeit und Hygiene, besonders bei Food-Produkten.
Bei PROMOKANT durchlaufen POS-Promoter ein spezifisches Schulungsprogramm für jede Marke. Dazu gehört ein Produkttraining, ein Verkaufsleitfaden und ein Probelauf. Das kostet Zeit. Aber es zahlt sich bei jedem einzelnen Einsatz aus.
Taktik 4: Cross-Selling-Displays
Pasta neben der Sauce. Chips neben dem Bier. Guacamole neben den Tortilla-Chips. Cross-Selling-Displays platzieren dein Produkt dort, wo der Kaufimpuls am stärksten ist: neben dem komplementären Produkt.
Diese Taktik funktioniert besonders gut für Produkte, die nicht in der «Standardkaufkategorie» des Kunden sind. Ein Beispiel: Ein Premium-Olivenöl, das normalerweise im Öl-Regal steht (wo es in der Masse untergeht), wird neben dem Salat-Regal platziert. Der Absatz stieg in unserem Test um 180 Prozent.
Die Umsetzung braucht Absprache mit dem Retail-Partner. Nicht jede Platzierung ist möglich. Ein gutes Merchandising-Team kennt die Spielräume und verhandelt die besten Platzierungen für dein Produkt.
Taktik 5: Digitale POS-Tools
QR-Codes auf dem Display, die zu einem Rezeptvideo führen. Tablets am Stand für ein kurzes Gewinnspiel. NFC-Tags auf dem Produkt für weiterführende Informationen. Digitale Tools am POS verbinden die physische Erfahrung mit der digitalen Welt.
Wir setzen digitale Tools vor allem für zwei Zwecke ein: Datenerfassung und Kundenbindung. Ein QR-Code-Scan gibt dir einen messbaren Datenpunkt. Ein Newsletter-Signup am POS kostet dich CHF 2 bis CHF 5 pro Lead, deutlich weniger als über digitale Kanäle.
Aber übertreib es nicht. Am POS zählt die physische Erfahrung. Technologie soll unterstützen, nicht dominieren. Der Promoter ist immer wichtiger als das Tablet.
Taktik 6: Bundle-Aktionen und Mehrwert-Packs
«2 für 1» ist simpel, aber wirksam. Bundle-Aktionen steigern den Absatz pro Transaktion und den wahrgenommenen Wert. Im Schweizer Detailhandel sind diese Formate besonders beliebt: Kaufe 2, zahle 1 (klassisch, aber teuer für die Marke). Kaufe 2, erhalte 20 Prozent Rabatt (margenfreundlicher). Probierpack mit 3 Sorten zum Spezialpreis (perfekt für Line Extensions). Gratiszugabe bei Kauf (z.B. Schüssel zum Müesli).
Ein Praxisbeispiel: Für einen Energy-Drink-Hersteller haben wir ein Bundle aus einer Dose plus gebrandeter Trinkflasche zusammengestellt. Der Preis lag 30 Prozent über dem Einzelpreis der Dose. Trotzdem stieg der Absatz um 65 Prozent, weil der wahrgenommene Wert deutlich höher war. Die Trinkflasche wurde zum Werbeträger im Alltag.
Taktik 7: Taktisches Timing
Wann du deine POS-Promotion durchführst, ist genauso wichtig wie was du machst. Unsere Daten aus über 5'000 Aktionen zeigen klare Muster:
- Beste Wochentage: Donnerstag und Freitag (Wochenendeinkauf). Samstag funktioniert nur bis 14 Uhr, danach sinkt die Verweildauer.
- Beste Uhrzeiten: 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr. Die Mittagszeit ist überraschend schwach, weil Pendler gezielt einkaufen und nicht flanieren.
- Saisonale Fenster: Januar (gute Vorsätze, Health-Produkte), Ostern (Schokolade, Genuss), Sommer (Getränke, Grillprodukte), Weihnachten (Geschenke, Premium-Food).
- Vermeiden: Anfang des Monats (Budget noch voll, weniger Preissensibilität, klingt gut, funktioniert aber schlechter als Monatsmitte).
Kombiniere das Timing mit saisonalen Events. Eine Degustation von Grillsaucen am ersten warmen Frühlingswochenende erzielt deutlich mehr als die gleiche Aktion im Februar. Kontext schlägt Konzept.
Taktik 8: Merchandising-Exzellenz
Die beste Promotion nützt nichts, wenn das Produkt danach nicht auffindbar ist. Merchandising ist das Fundament jeder POS-Strategie. Das bedeutet: korrekte Regalplatzierung, volle Bestände, saubere Preisauszeichnung und attraktive Displays.
Eine Studie, die wir für einen unserer FMCG-Kunden durchgeführt haben: In 30 Prozent der Filialen war das Produkt am Promotionstag falsch platziert oder nicht aufgefüllt. Das heisst, 30 Prozent des Promotion-Budgets waren verschwendet, weil der Kunde das Produkt nach der Degustation nicht finden konnte.
Unsere Lösung: Jeder POS-Einsatz beginnt mit einem Merchandising-Check. Das Promotion-Team prüft vor Aktionsstart die Platzierung, füllt Bestände auf und korrigiert Preisschilder. Über unser Echtzeit-Reporting mit kyoX dokumentieren wir den Zustand vor und nach der Aktion mit Fotos und Daten.
Willst du den Abverkauf an deinen POS-Standorten steigern? Jetzt Projekt besprechen und wir zeigen dir, welche Taktiken für dein Produkt am besten funktionieren.
Frequently asked questions
Was ist POS Promotion?
POS Promotion umfasst alle verkaufsfördernden Massnahmen am Point of Sale, also direkt im Laden. Dazu gehören Degustationen, Displays, Promotionpersonal, Sonderplatzierungen und Aktionspreise. Ziel ist die direkte Steigerung des Abverkaufs.
Wie viel kostet eine POS Promotion in der Schweiz?
Eine eintägige POS-Promotion mit einem Zweier-Team kostet in der Schweiz zwischen CHF 2'500 und CHF 4'500. Inklusive Personal, Equipment und Reporting. Dazu kommen eventuelle Listungsgebühren des Retailers.
Welche POS-Promotion-Taktiken funktionieren am besten?
In-Store-Degustationen erzielen die höchsten Conversion-Rates (25 bis 40 Prozent am Aktionstag). Sonderplatzierungen am Gondel-Kopf steigern den Abverkauf um 200 bis 400 Prozent. Am wirksamsten ist die Kombination mehrerer Taktiken.
Wie messe ich den Erfolg einer POS Promotion?
Miss den Abverkauf am Promotiontag im Vergleich zu einem normalen Tag. Tracke die Kontaktzahlen, verteilte Samples und Coupons. Die beste Kennzahl ist der Uplift: Wie viel Prozent mehr wurde am Promotiontag verkauft?
Gründer und CEO von PROMOKANT. Seit über 20 Jahren im Field Marketing in der Schweiz.
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