Du investierst CHF 25'000 in eine POS-Aktion bei Coop. Dein Team steht drei Tage in 15 Filialen. Am Ende bekommst du einen Report: "Aktion erfolgreich durchgeführt." Ohne eine einzige Zahl, die dir sagt, ob sich das gelohnt hat.
Willkommen in der Realität von 80% aller POS-Aktionen in der Schweiz. Es wird aktiviert, aber nicht gemessen. Es wird Budget gesprochen, aber kein ROI berechnet. Das muss sich ändern.
Inhaltsverzeichnis
Warum messen so wenige Marken den POS-ROI?
Es gibt drei Gründe, warum die Mehrheit der Schweizer Marken ihren POS-ROI nicht kennt. Keiner davon ist gut.
Erstens: Fehlende Infrastruktur. Die meisten Promotions-Agenturen liefern qualitative Reports. "Das Team war motiviert, die Kunden waren interessiert." Schön. Aber was hat es gebracht? Ohne digitale Erfassung bleiben Kontaktzahlen, Abverkaufsdaten und Conversion Rates im Dunkeln.
Zweitens: Datensilos. Selbst wenn Kontakte erfasst werden, fehlt die Verbindung zu den Sell-out-Daten des Detailhändlers. Die Promotion-Daten liegen bei der Agentur, die Abverkaufsdaten bei Coop oder Migros, und niemand bringt sie zusammen.
Drittens: Kein Interesse. Klingt hart, aber manche Marken wollen gar nicht so genau wissen, was ihre POS-Aktionen bringen. Weil die Antwort unbequem sein könnte. Solange "alle zufrieden sind", wird nicht nachgefragt.
Das Problem: Ohne ROI-Messung kannst du dein Budget nicht optimieren. Du weisst nicht, ob du in die richtigen Filialen investierst, die richtigen Produkte promotest oder die richtigen Tage wählst.
Die 4 Kennzahlen, die du tracken musst
Welche Kennzahlen messen den ROI einer POS-Aktion?
Die vier wichtigsten KPIs für POS-Aktionen sind: Kontakte pro Stunde (Effizienz), Conversion Rate (Kontakt zu Kauf), Uplift im Sell-out (Mehrabverkauf während der Aktion) und Cost per Acquisition (Gesamtkosten geteilt durch Neukunden). Diese vier Zahlen reichen, um den ROI sauber zu berechnen.
Vergiss Vanity Metrics wie "Anzahl verteilter Flyer" oder "Standbesucher". Diese Zahlen sagen nichts über den geschäftlichen Erfolg. Konzentrier dich auf diese vier:
| KPI | Formel | Benchmark (Schweiz) |
|---|---|---|
| Kontakte pro Stunde | Gesamtkontakte / Einsatzstunden | 40 bis 80 (Sampling), 15 bis 30 (Degustation) |
| Conversion Rate | Käufe / Kontakte x 100 | 15 bis 35% (am Aktionstag) |
| Sell-out Uplift | (Sell-out Aktionswoche / Sell-out Normalwoche) - 1 | +150 bis 400% |
| Cost per Acquisition | Gesamtkosten / Neukäufer | CHF 5.00 bis 20.00 |
Diese Kennzahlen bekommst du nur, wenn du sie aktiv erfasst. Kontakte und Conversion am POS. Sell-out-Daten vom Detailhändler. Kosten aus deiner Kampagnenplanung.
Die ROI-Formel für POS-Aktionen
Die Formel ist einfach. Die Herausforderung liegt in den Daten.
ROI = (Zusätzlicher Umsatz durch Aktion - Gesamtkosten der Aktion) / Gesamtkosten der Aktion x 100
Gesamtkosten umfassen: Agenturhonorar, Personalkosten, Material, Produkt (Sampling-Ware), Logistik, Standgebühren. Vergiss keine Position.
Zusätzlicher Umsatz = Sell-out während und nach der Aktion minus normaler Sell-out im gleichen Zeitraum. Hier wird es knifflig: Du brauchst die Sell-out-Daten des Detailhändlers. Die bekommst du über Nielsen, Circana oder direkt vom Retailer. Bei manchen Detailhändlern dauert das Wochen.
Einfacher wird es, wenn du die Conversion direkt am POS misst. Kauft jemand nach dem Kontakt sofort? Dann kannst du den Uplift am Aktionstag direkt berechnen, ohne auf Retailer-Daten warten zu müssen.
Praxisbeispiel: ROI-Berechnung einer Degustationsaktion
Konkretes Beispiel: Eine Schweizer Käsemarke hat mit PROMOKANT eine Degustation in 20 Coop-Filialen durchgeführt. Hier die Zahlen:
- Einsatz: 20 Filialen, je 1 Promoter, 2 Tage (Freitag/Samstag), 6 Stunden pro Tag
- Gesamtkosten: CHF 32'000 (Personal, Agentur, Material, Produkt)
- Kontakte: 4'800 (durchschnittlich 20 pro Stunde pro Promoter)
- Conversion am Aktionstag: 28% (1'344 Käufe)
- Durchschnittlicher Warenkorbwert des Produkts: CHF 6.80
- Zusätzlicher Umsatz Aktionstage: CHF 9'139
- Sell-out Uplift in den 4 Wochen danach: +22% (ca. CHF 14'500 zusätzlicher Umsatz)
- Gesamter zusätzlicher Umsatz: CHF 23'639
ROI = (23'639 - 32'000) / 32'000 x 100 = -26%
Moment. Negativ? Ja. Auf den ersten Blick. Aber hier kommt der Customer Lifetime Value ins Spiel. Wenn nur 30% der 1'344 Neukäufer das Produkt regelmässig kaufen (einmal pro Monat, CHF 6.80, über 12 Monate), ergibt das: 403 x CHF 6.80 x 12 = CHF 32'885 zusätzlicher Jahresumsatz. Jetzt ist der ROI positiv.
Die Lektion: POS-ROI musst du kurzfristig UND langfristig betrachten. Die reine Aktionswoche rechnet sich selten allein. Die langfristige Kundenbindung macht den Unterschied.
Tools und Methoden für die POS-Messung
Wie erfasst du diese Daten in der Praxis? Drei Methoden:
1. Digitale Kontakterfassung am POS. Jeder Promoter erfasst Kontakte, Gespräche und Käufe auf dem Smartphone. Das ist der Mindeststandard. Ohne das bist du blind. Bei PROMOKANT läuft das über Echtzeit-Reporting mit kyoX. Jeder Kontakt wird mit Zeitstempel, Filiale und Promoter erfasst.
2. Sell-out-Matching. Vergleiche die Sell-out-Daten der Aktionsfilialen mit Kontrollfilialen (gleiche Grösse, keine Aktion). So isolierst du den Effekt deiner POS Promotion von anderen Faktoren wie Wetter oder Feiertagen.
3. QR-Code-Tracking. Ein QR-Code auf dem Sampling-Material führt zu einer Landing Page. Jeder Scan wird getrackt und einem Standort zugeordnet. Das gibt dir einen digitalen Proof für den physischen Kontakt.
Die Kombination aller drei Methoden liefert ein vollständiges Bild. Aber selbst nur Methode 1 ist besser als nichts.
Checkliste: ROI-Tracking für deine nächste POS-Aktion
Nimm diese Checkliste mit in dein nächstes Briefing:
- ☐ KPIs vor der Kampagne definieren (Kontakte, Conversion, Sell-out Uplift, CPA)
- ☐ Digitale Kontakterfassung einrichten (App oder Tablet am POS)
- ☐ Kontrollfilialen definieren (gleiche Grösse, keine Aktion)
- ☐ Sell-out-Daten beim Detailhändler anfragen (vor und nach Aktion)
- ☐ QR-Code auf Material integrieren
- ☐ Zwischenbericht nach Tag 1 (Echtzeit-Daten prüfen, optimieren)
- ☐ Endreport mit ROI-Berechnung innerhalb von 2 Wochen
- ☐ Customer Lifetime Value in die Langzeitberechnung einbeziehen
80% der Marken messen ihren POS-ROI nicht. Du kannst zu den 20% gehören, die es tun. Das verschafft dir einen echten Vorteil bei der nächsten Budgetverhandlung. Jetzt Projekt besprechen und deine nächste Aktion messbar machen.
Frequently asked questions
Wie berechne ich den ROI einer POS-Aktion?
ROI = (Zusätzlicher Umsatz - Gesamtkosten) / Gesamtkosten x 100. Beziehe Sell-out Uplift der Aktionswoche und der folgenden Wochen ein, sowie den Customer Lifetime Value der gewonnenen Neukunden.
Welche KPIs sind für POS-Promotion am wichtigsten?
Die vier Kern-KPIs: Kontakte pro Stunde, Conversion Rate (Kontakt zu Kauf), Sell-out Uplift und Cost per Acquisition. Alles andere sind Vanity Metrics.
Warum messen viele Marken ihren POS-ROI nicht?
Fehlende Infrastruktur (keine digitale Erfassung), Datensilos (Agentur-Daten und Sell-out-Daten werden nicht zusammengeführt) und mangelndes Interesse an unbequemen Ergebnissen.
Welche Tools brauche ich für POS-ROI-Messung?
Mindestens eine digitale Kontakterfassung am POS (Smartphone-App). Idealerweise ergänzt durch Sell-out-Matching mit Kontrollfilialen und QR-Code-Tracking für die digitale Verlängerung.
Managing Director bei PROMOKANT. Verantwortlich für Strategie und digitale Transformation.
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