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Insights

Sampling-Daten 2026: Conversion Rates und Benchmarks

Reon Schröder
Reon Schröder
|14 février 2026

72 % Acceptance Rate bei Schoggi. 8 % bei Versicherungsbroschüren. Die Spannbreite im Sampling ist brutal. Trotzdem planen die meisten Brand Manager ohne Benchmarks. Sie raten. Wir haben die Zahlen. Aus über 200 Kampagnen pro Jahr, aggregiert über 5 Jahre, mit über 25 Millionen gemessenen Kontakten.

Acceptance Rates nach Produktkategorie

Die Acceptance Rate ist der wichtigste KPI beim Sampling. Sie zeigt, wie viele angesprochene Personen das Sample tatsächlich annehmen. Und sie variiert massiv je nach Produktkategorie.

Unsere Benchmark-Daten aus den Jahren 2021 bis 2025, basierend auf über 1'000 Kampagnen:

ProduktkategorieAcceptance RateSpitzenwerteAnzahl Kampagnen
Schokolade/Confiserie72 %85 %148
Getränke (alkoholfrei)68 %78 %186
Snacks/Salziges65 %76 %112
Milchprodukte61 %72 %87
Fertiggerichte/Pasta53 %65 %64
Getränke (alkoholisch)51 %68 %93
Kosmetik/Personal Care48 %62 %76
Reinigungsmittel/Haushalt38 %49 %42
Tiernahrung35 %52 %31
Non-Food (Flyer/Broschüren)22 %31 %58

Die Logik ist simpel: Je tiefer die Hemmschwelle, desto höher die Rate. Schokolade probiert jeder gerne. Eine Broschüre über Krankenkassenwechsel nimmt niemand freiwillig an.

Was die Tabelle auch zeigt: Die Spanne zwischen Durchschnitt und Spitzenwert ist gross. 13 Prozentpunkte bei Schokolade. Das sind die Kampagnen mit perfektem Standort, Top-Personal und cleverem Ansprecher. Die Details machen den Unterschied.

Kontaktzahlen nach Standorttyp

Nicht jeder Standort ist gleich. Die Kontaktzahlen pro Tag und Team (4 Promoter) variieren je nach Standorttyp erheblich.

StandorttypKontakte/Tag (Median)RangeBester Standort
Grosser Bahnhof (ZH, BE, BS)2'8002'200 – 3'500Zürich HB: 3'200
Mittlerer Bahnhof (LU, SG, LA)1'8001'400 – 2'200Lausanne: 2'100
Einkaufszentrum (gross)1'5001'000 – 2'000Glatt: 1'900
Einkaufszentrum (mittel)900600 – 1'300Letzipark: 1'200
Festival/Open Air3'5002'000 – 6'000Züri Fäscht: 5'800
Firmenareal/Campus600300 – 900Novartis Campus: 850
Quartier (Door2Door)250180 – 350Zürich Seefeld: 340

Der Median ist aussagekräftiger als der Durchschnitt, weil einzelne Ausreisser den Schnitt verzerren. Ein Regentag an einem Outdoor-Standort drückt die Zahlen massiv. Deshalb planen wir immer mit dem Median und rechnen Ausfalltage ein.

Ein wichtiger Punkt: Die Zahlen gelten für ein Team mit 4 Promotern. Zwei Teams am selben Standort verdoppeln die Kontakte nicht. Der Uplift liegt bei etwa 70-80 %, weil sich die Passantenströme überschneiden. Trotzdem lohnen sich zwei Teams an grossen Standorten wie Zürich HB oder bei Roadshows.

Kosten pro Kontakt: Die echten Zahlen

Der Cost per Contact (CPC) ist die Kennzahl, die Brand Manager am meisten interessiert. Und die am häufigsten falsch berechnet wird. Denn viele Agenturen rechnen nur die Personalkosten ein. Logistik, Standgebühren, Material und Reporting fehlen.

Unsere All-in-Benchmarks (Personal + Logistik + Standgebühren + Reporting + Overheads):

KanalCPC MedianCPC RangeHaupttreiber
Bahnhof-SamplingCHF 2.40CHF 1.50 – 3.50Personal, Standgebühren
Event-SamplingCHF 3.20CHF 2.00 – 5.00Personal, Standgebühren
POS PromotionCHF 4.80CHF 3.00 – 7.00Personal (kleinere Kontaktzahlen)
Door2DoorCHF 7.50CHF 5.00 – 10.00Laufwege, tiefe Frequenz
RoadshowCHF 18.00CHF 10.00 – 35.00Setup, Material, Personal

Die Zahlen zeigen klar: Bahnhof-Sampling ist der effizienteste Kanal für reines Trial-Driving. Aber Effizienz ist nicht alles. Eine Roadshow kostet 7x mehr pro Kontakt. Dafür bekommt der Konsument ein Erlebnis von 5-10 Minuten statt 10 Sekunden. Die Markenerinnerung ist eine andere.

Skaleneffekte spielen eine grosse Rolle. Eine 3-Tages-Kampagne hat einen CPC von CHF 3.20. Eine 20-Tages-Kampagne am selben Standort sinkt auf CHF 2.10. Der Grund: Die Fixkosten (Setup, Briefing, Logistik-Infrastruktur) verteilen sich auf mehr Kontakte.

Conversion Rates: Vom Sample zum Kauf

Die spannendste Frage: Wie viele Sampling-Kontakte werden zu Käufern? Die Antwort ist kompliziert, weil die Messung schwierig ist. Aber wir haben drei Wege, das zu messen.

Methode 1: Coupon Redemption. Wenn wir zusammen mit dem Sample einen Rabattcoupon verteilen, messen wir die Einlösung im Detailhandel. Der Schweizer Durchschnitt:

Coupon-TypRedemption RateBest Case
CHF-Rabatt (z.B. CHF 1 auf Produkt)9.2 %15 %
%-Rabatt (z.B. 20 % Rabatt)7.1 %12 %
Gratis-Produkt bei Kauf12.8 %22 %
Digital Coupon (QR-Code)4.3 %8 %

Das überraschende Learning: Gratis-Produkt-bei-Kauf-Coupons haben die höchste Redemption. "Kauf 1, bekomm 1 gratis" funktioniert besser als "CHF 2 Rabatt", obwohl der ökonomische Wert ähnlich ist. Psychologie schlägt Mathematik.

Methode 2: POS-Uplift. Bei Kampagnen mit POS Promotion messen wir den Absatzuplift im Vergleich zur Vorwoche. Durchschnittlicher Uplift in der Kampagnenwoche: +35 % bis +80 %. Zwei Wochen nach Kampagne: noch +10 % bis +20 %. Danach normalisiert sich der Absatz.

Methode 3: Self-Reported Purchase Intent. Bei einigen Kampagnen befragen wir die Sampling-Empfänger per Follow-up (QR zu Kurz-Umfrage). Ergebnis: 28 % der Befragten geben an, das Produkt nach dem Sampling gekauft zu haben. Diese Zahl ist mit Vorsicht zu geniessen (Erinnerungsverzerrung), liegt aber im Bereich der Coupon-Daten.

Unser Benchmark für die Conversion Rate (Sample-to-Purchase): 15-25 % bei bekannten FMCG-Marken. 8-15 % bei neuen Produkten. 25-35 % bei Lovebrands mit Coupon.

Wann samplen? Timing-Benchmarks

Das Timing beeinflusst die Kontaktzahlen enorm. Unsere Daten zeigen klare Muster.

Wochentag:

TagIndex (Di = 100)Kommentar
Montag95Leichter Rückstand, Pendler sind gehetzt
Dienstag100Baseline
Mittwoch102Stabil
Donnerstag108Bester Wochentag
Freitag98Früher Feierabend, weniger Nachmittag
Samstag115Höchste Frequenz (Einkaufszentren)

Donnerstag ist der beste Wochentag für Bahnhof-Sampling. Samstag schlägt alle Tage bei Einkaufszentren. Montag ist der schwächste Tag, weil Pendler am Wochenanfang gestresster sind.

Tageszeit: Die drei Peaks sind stabil über alle Standorte: 7:30-9:00 (Morning Rush), 11:30-13:00 (Mittagspause), 17:00-18:30 (Feierabend). Der Morning Rush liefert die höchste Kontaktdichte, aber die tiefste Interaktionszeit. Feierabend liefert weniger Kontakte, aber die Menschen sind entspannter und nehmen sich Zeit.

Saison: September bis November ist die stärkste Sampling-Saison. Das Wetter ist stabil, die Leute sind zurück aus den Ferien, und das Weihnachtsgeschäft steht bevor. Januar und Februar sind schwach (Kälte, Neujahrsvorsätze). Juli und August sind durchwachsen (viele in den Ferien, aber Festivals liefern Spitzenwerte).

So nutzt du diese Daten für deine Planung

Alle Benchmarks nützen nichts, wenn du sie nicht in deine Planung einbaust. Hier eine konkrete Rechnung für eine typische Kampagne:

Beispiel: Produktlaunch eines neuen Energy Drinks

  • Ziel: 30'000 Sampling-Kontakte in der Deutschschweiz
  • Kanal: Bahnhof-Sampling (CPC Median: CHF 2.40)
  • Geschätztes Budget: 30'000 x CHF 2.40 = CHF 72'000
  • Erwartete Acceptance Rate (Getränke): 68 %
  • Notwendige Ansprachen: 30'000 / 0.68 = 44'117
  • Kontakte pro Tag und Team (grosser Bahnhof): 2'800
  • Benötigte Team-Tage: 44'117 / 2'800 = 15.8 → 16 Team-Tage
  • Empfehlung: 4 Bahnhöfe x 4 Tage = 16 Team-Tage

Diese Rechnung ist in 5 Minuten gemacht. Ohne Benchmarks ist sie ein Ratespiel.

Was du bei der Planung beachten musst:

  • ✅ Immer mit Median rechnen, nicht mit Best Case
  • ✅ 15-20 % Samplepuffer einplanen (Beschädigung, Regentage)
  • ✅ Standgebühren separat budgetieren (CHF 500-2'000 pro Tag bei SBB)
  • ✅ Coupon-Redemption in ROI-Rechnung einbeziehen
  • ✅ Mindestens 5 Kampagnentage für belastbare Daten
  • ✅ Reporting-Kosten nicht vergessen (oder Agentur mit integriertem Reporting wählen)

Diese Benchmarks aktualisieren wir jährlich auf Basis unserer kyoX-Plattform. Die Daten basieren auf realen Kampagnen in der Schweiz, nicht auf internationalen Studien, die für den Schweizer Markt irrelevant sind.

Du willst wissen, was deine Kampagne kosten wird? Jetzt Projekt besprechen. Wir rechnen dir die Zahlen auf Basis unserer Benchmarks vor.

Questions fréquentes

Was ist eine gute Conversion Rate beim Sampling?

Eine gute Conversion Rate (Sample-to-Purchase) liegt bei 15-25 %. Spitzenwerte bei bekannten FMCG-Marken erreichen bis zu 35 %. Die Rate hängt stark vom Produkt, Standort und ob ein Coupon eingesetzt wird ab.

Wie viel kostet ein Sampling-Kontakt in der Schweiz?

Der Preis pro Kontakt variiert je nach Kanal: Bahnhof-Sampling CHF 1.50-3.50, POS-Sampling CHF 3.00-6.00, Event-Sampling CHF 2.00-5.00, Door2Door CHF 5.00-10.00. Die Kosten sinken mit der Kampagnengrösse.

Wie misst man den Erfolg einer Sampling-Kampagne?

Die wichtigsten KPIs: Kontakte pro Tag, Acceptance Rate (Anteil Personen, die das Sample annehmen), Coupon Redemption Rate, Cost per Contact und, falls möglich, Uplift im Detailhandel in den Wochen nach der Kampagne.

Welche Produktkategorien profitieren am meisten von Sampling?

Food und Getränke haben die höchsten Acceptance Rates (65-80 %). Kosmetik und Personal Care liegen bei 45-60 %. Non-Food-Produkte erreichen 30-45 %. Generell gilt: Je tiefer die Einstiegshürde beim Probieren, desto höher die Acceptance Rate.

Reon Schröder
Reon Schröder

Managing Director bei PROMOKANT. Verantwortlich für Strategie und digitale Transformation.

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